Babys Verdauung

Das Verdauungssystem von Neugeborenen ist noch nicht ausgereift,
es muss sich erst auf Nahrung einstellen. Muttermilch enthält Bestandteile, die ihm dabei helfen. Während Babys jeden Tag mehrmals ihre Windel nass machen, kann der Stuhlgang unregelmäßig sein, ohne dass Sie sich deswegen Sorgen machen müssen.

In den ersten sechs Wochen haben gestillte Säuglinge 3 - 4 Mal täglich Stuhlgang in der Windel. Danach ändert sich das Stuhlverhalten: „Sieben Mal am Tag oder einmal in sieben Tagen“ besagt eine Faustregel der Hebammen. Das heißt: An manchen Tagen macht Ihr Baby nach fast jeder Mahlzeit die Windel voll, dann kann es bis zum nächsten Stuhlgang wieder ein paar Tage dauern.

Was Sie wissen sollten, wenn Ihr Baby Bauchweh hat:

 

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(Foto: Fotolia)

Mögliche Ursachen

Schmerzhafte Krämpfe (Koliken) können verschiedene Ursachen haben:

Selten führt Ihre Ernährung, wenn Sie stillen, dazu, dass das Baby Blähungen
bekommt. Die Wissenschaft hat dafür kaum Belege. Sollten Sie dennoch
feststellen, dass Ihr Baby auf bestimmte Nahrungsmittel mit Blähungen
reagiert, so streichen Sie dieses für zwei Wochen von Ihrem Speiseplan.
Nach dieser Zeit versuchen Sie es erneut, denn die Verdauung Ihres Babys
hat sich dann bereits besser angepasst.

Füttern Sie Fläschchen-Babynahrung und Ihr Baby leidet vermehrt an Blähungen,
so kann es sein, dass es die Nahrung nicht verträgt. In diesem Fall stellen
Sie auf eine andere Pre-Nahrung um oder verwenden HA-Pre-Nahrung.

Vielleicht hat Ihr Baby beim Trinken zu viel Luft geschluckt. Oder es leidet
an der sogenannten Dreimonatskolik. Die Dreimonatskolik tritt in der Regel
zum ersten Mal in der 2. Woche auf und kann bis Ende des 3. Monats anhalten.

Die Beschwerden zeigen sich vorwiegend am Nachmittag und Abend:
Der Bauch des Babys ist hart gespannt. Es strampelt mit den Beinchen,
oder zieht sie zu sich heran, macht sich ganz steif, weint und lässt sich
nur schwer beruhigen.

Die genauen Ursachen dieser Koliken sind nicht geklärt. Wahrscheinlich
sind Blähungen schuld daran, die aufgrund der Entwicklung des Ver-
dauungssystems verstärkt auftreten. Das muss erst noch ausreifen und ist
entsprechend empfindlich.

Wenn Sie unsicher sind, was Ihrem Baby fehlt oder aber, wenn die Bauch-
schmerzen von Durchfall, Verstopfung, Erbrechen oder Fieber begleitet
werden, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen.

Das bringt Linderung

In der Praxis helfen oft Hausmittel gegen Babys Bauchschmerzen:

  • Geben Sie Ihrem Baby ungesüßten Fenchel- oder Kümmeltee zu
    trinken. Die Kräuter wirken krampflösend.

  • Massieren Sie das Bäuchlein. Bewegen Sie dabei Ihre Hand mit
    sanftem Druck und kreisenden Bewegungen im Uhrzeigersinn.

  • Legen Sie Ihr Baby im „Fliegergriff“ auf Ihren Unterarm.
    Sein Kopf liegt dabei in Ihrer Ellbogenbeuge, Ärmchen und Bein-
    chen hängen seitlich herab. Tragen Sie es herum und sprechen
    Sie dabei mit ruhiger Stimme, singen ihm etwas vor oder lassen
    Sie leise Musik laufen.

  • Auch Wärme wirkt entspannend. Legen Sie Ihrem Baby ein vor-
    gewärmtes Kirschkernkissen auf den Bauch. Aber Vorsicht: Das
    Kissen darf nicht zu heiß sein. Am besten wickeln Sie es in ein
    Handtuch ein.

Gerne beraten wir Sie in der Apotheke über weitere Möglichkeiten aus dem
Bereich der Naturheilkunde oder Homöopathie.

So beugen Sie vor

Mit diesen Tipps können Sie meistens verhindern, dass Ihr Baby Blähungen
bekommt.

  • Achten Sie beim Stillen darauf, dass Ihr Baby einen Mund voll Brust
    hat, damit es möglichst wenig Luft schluckt.

  • Wenn Sie Säuglingsmilch füttern: Achten Sie darauf, dass das Loch des
    Saugers nicht zu groß ist und Ihr Baby keinen Schaum schluckt.

  • Lassen Sie Ihr Kind nach dem Füttern ein Bäuerchen machen, damit es
    überschüssige Luft loswerden kann. Nehmen Sie es dazu auf den Arm
    und klopfen Sie mit ihrer Hand sanft auf seinen Rücken oder setzen Sie
    sich zusammen mit Ihrem Kind auf einen Pezziball und wippen behutsam
    auf und ab.