Wissenswertes für die Stillpraxis

Damit Ihr Baby genug Milch bekommt und die Milchbildung angeregt
wird, muss es richtig an der Brust liegen. Mit ein bisschen Übung
bringen Sie es in die beste Position.

In einer guten Stillposition kann Ihr Kind dann problemlos trinken und
Sie haben es beide bequem. Welche Stellung für Sie und Ihr Kind am
besten ist, sollten Sie einfach ausprobieren.

Die folgenden Informationen werden Ihnen helfen (einfach
das Thema anklicken):

files/babyfreundliche-apotheke/Bilder - Baby und Familie/Stillzeit/Fotolia_4460609_XS.jpg(Foto: Fotolia)

 
Generelle Hinweise zum optimalen Anlegen

Die Voraussetzung für erfolgreiches Stillen ist eine korrekte Stillposition
und ein optimal angelegtes Baby an Ihrer Brust. Beides verhindert
zudem
wunde Brustwarzen
:

  • Sitzen oder liegen Sie bequem. Mit einigen Kissen unterstützen Sie
    das Baby und Ihren Arm. Sehr hilfreich ist eine Stillschlange oder
    ein amerikanisches Stillkissen.

  • Ihr Baby sollte mit seinem Bauch eng zu Ihnen gewandt liegen.

  • Ohr, Schulter und Hüfte des liegenden Babys bilden eine Linie.

  • Umfassen Sie Ihre Brust mit dem sogenannten C-Griff. Dabei liegt
    Ihr Zeigefinger etwa fünf Zentimeter unterhalb der Brustwarze,
    Mittel- und Ringfinger liegen unter der Brust, der Daumen bildet
    das C und liegt locker seitlich bzw. leicht oberhalb der Brustwarze.

  • Der Mund Ihres Babys liegt auf Höhe Ihrer Brustwarze.

  • Bevor Sie Ihr Baby zu sich heranziehen, sollte sein Mund weit offen
    sein,  damit es einen „Mund voll Brust“ nehmen kann.

  • Die Ober- und Unterlippe des Babys sind beim Stillen nach außen
    gestülpt.

  • Die Nase und das Kinn des Säuglings sollten Ihre Brust berühren
    oder fast berühren.

Die besten Stillpositionen

Damit Sie und Ihr Baby das Stillen in Ruhe genießen können, brauchen Sie eine
Position, die für Sie bequem ist und in der Sie Ihr Baby gut anlegen können.
Diese drei Positionen sollten Sie kennen:

Wiegeposition
Durch ein Kissen gestützt liegt das Baby zu Ihnen gewandt auf Ihrem Unterarm.
Sein Kopf befindet sich in Ihrer Armbeuge. Ihr Arm unterstützt dabei den Säugling
im Rücken und sorgt dafür, dass er nahe genug bei Ihnen liegt. Mit der anderen
Hand umfassen Sie Ihre Brust im C-Griff. Mit dem Unterarm führen Sie das Baby
nun an die Brust, wenn es seinen Mund weit geöffnet hat.

Rückenposition
Besonders in der ersten Stillzeit bietet diese Stillhaltung den Vorteil, dass Sie Ihr
Baby gezielter an die Brust heranziehen können. Das Baby liegt seitlich auf Ihrem
Unterarm, sein Körper schmiegt sich um Ihren seitlichen Oberkörper, seine Beine
befinden sich fast an Ihrem Rücken. In Ihrer Hand halten Sie sanft das Köpfchen,
so dass Sie es gut zu sich heranführen können. Mit der anderen Hand nehmen Sie
Ihre Brust im C-Griff. Beim Anlegen können Sie nun das Köpfchen
ganz einfach her-
anziehen, wenn Ihr Baby den Mund weit geöffnet hat.
Bei dieser Position benötigen Sie zusätzlich ein Kissen im Rücken, damit sich die
Beinchen nicht an der Rückenlehne abstoßen können und so das Stillen stören.

Stillen im Liegen
In dieser Position können Sie insbesondere nachts viel entspannter stillen und an-
schließend einfach mit dem Baby weiterschlafen. Wichtig ist, dass das Baby dabei
nicht auf Ihrem Unterarm liegt, sondern flach auf der Matratze. (Zum Schutz vor
auslaufender Muttermilch können Sie ein kleines Moltontuch unter sein Köpfchen
legen.)
Sie liegen beide auf der Seite „Bauch an Bauch“. Der Kopf des Babys ist dabei
leicht nach hinten gebeugt, so dass Ihre Brustwarze seinen Mund leicht berührt.
Ihr Unterarm unterstützt den Rücken des Babys und verhindert, dass es auf den
Rücken rollt. Umfassen Sie Ihre Brust mit der anderen Hand im C-Griff. Nun führen
Sie im richtigen Moment, wenn der Mund Ihres Kindes weit geöffnet ist, mit Ihrem
Unterarm das Baby noch näher zu sich heran, so dass es Ihre Brust gut erfassen
kann.

Drei Hinweise
  • Wechseln Sie in den ersten Wochen die Stillpositionen ab.
    Damit erreichen Sie, dass Ihre Milchbildung in allen Bereichen der
    Brust gleichmäßig angeregt wird.

  • Wenn Ihr Kind nur an der Brustwarze saugt, ist das der sicherste
    Weg zu wunden Brustwarzen.
    Nehmen Sie es rasch  von der Brust
    ab und
    starten Sie einen erneuten Anlegeversuch. (Das geht umso
    leichter, je kleiner der Hunger Ihres Babys ist.)

  • Damit Ihr Baby Ihre Brust loslässt, legen Sie ihm den kleinen Finger
    in den Mundwinkel, um das Vakuum zu lösen.

 

 

Video zeigt: DAS passiert beim Stillen wirklich!
Was passiert während des Stillvorgangs eigentlich im Körper, genauer gesagt in der Brust?
Genau diese Frage beantwortet eine ganz besondere (englische) Video-Animation. Sie zeigt,
was beim
Stillen geschieht. Klicken Sie hier.

Das Stillen von Frühgeborenen
Frühgeborene zu stillen ist oft mit Anlaufschwierigkeiten verbunden. Ein Kurzfilm der Stillförderung
Schweiz zeigt Müttern von Frühgeborenen  mit anschaulichen Anleitungen, wie es gelingen kann.
Wählen Sie hier Ihre Wunschsprache:

Stillen von Frühgeborenen
L'allaitement des prématurés
L'allattamento dei neonati prematuri
Breastfeeding the premature infant

Quelle: Stillförderung Schweiz
www.stillfoerderung.ch

"Emzirme dönemi için pratik öneriler"
Unsere türkischen MitbürgerInnen finden hier die Broschüre "Praktische Tipps für die Stillzeit" in
ihrer Muttersprache.

Emzirme doenemi icin pratik oeneriler.pdf

Quelle: Babyfreundliches Krankenhaus