Die Schwangerschaft – Zeit der Veränderung

Nicht nur das Ungeborene, auch die werdende Mutter erlebt
in der Schwangerschaft
verschiedene Phasen körperlicher und
seelischer Veränderungen.

Hier erfahren Sie, was in und mit Ihnen passiert:

(Foto: Fotolia)

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Das 1. Schwangerschaftsdrittel – Zeit der Anpassung

In den ersten zwölf Wochen machen vor allem die hormonellen Veränderungen
und ihre Symptome vielen Frauen zu schaffen. Sie leiden unter Übelkeit,
Erbrechen, Heißhunger-Attacken, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, empfindlichen
Brüsten oder Stimmungsschwankungen. Ist die Hormonumstellung geschafft,
verschwinden diese Probleme meistens von selbst.

Doch nicht nur der Körper, auch die Psyche kommt in „andere Umstände“:
Ist mein Kind gesund? Will ich überhaupt Mutter werden? Werde ich eine gute
Mutter sein? Wie kann ich Kind und Karriere unter einen Hut bringen? Wie
schaffe ich es, mit dem Rauchen aufzuhören? Das sind nur einige der vielen
Fragen und Sorgen, die werdende Mütter beschäftigen können.

Manche Frauen warten ein paar Wochen ab, bevor sie von ihrer Schwanger-
schaft erzählen, denn in den ersten Wochen ist das Risiko einer Fehlgeburt
am größten.

   

Tipps:

  • Die Zeit der Hormonumstellung ist anstrengend. Gönnen Sie sich
    ausreichend Ruhe, wenn Ihr Körper danach verlangt.

  • Achten Sie auf eine vielseitige und vollwertige Ernährung, die Sie
    mit allem versorgt, was Sie und Ihr Baby brauchen – vor allem mit
    ausreichend Folsäure und Eisen.

  • Suchen Sie sich einen guten Gynäkologen, der Sie und Ihr Baby
    begleitet und die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen durchführt.

Das 2. Schwangerschaftsdrittel – Zeit des Wohlbefindens

Zwischen der 13. und der 28. Schwangerschaftswoche wächst das Baby schnell
und mit ihm der Bauch. Auch die Brüste werden größer. Die mit der Hormonum-
stellung einhergehenden Beschwerden hören auf.

Viele Schwangere beschreiben diese Wochen als Zeit großer Zufriedenheit. Sie
spüren die ersten Bewegungen des Babys.
Doch auch in diesem Drittel gibt es
typische kleinere Beschwerden:

Weil die Gebärmutter auf die Venen im Becken drückt, können sich Krampfadern
an den Beinen und Hämorrhoiden im After bilden. Hier helfen viel Bewegung und
eine ballaststoffreiche Ernährung.

Wenn die Haut durch die rasche Gewichtszunahme überdehnt wird, kommt es zu
kleinen Rissen des Bindegewebes, den Schwangerschaftsstreifen.

Durch die Hormonumstellung verändern sich auch Haut und Haare. Viele werdende
Mütter freuen sich über dichteres Haar, andere klagen über starken Haarausfall,
der aber in der Regel nach ein paar Wochen von selbst nachlässt.

Bei manchen Frauen bildet sich eine dünne dunkle Linie vom Bauchnabel bis zu den
Schamhaaren. Diese sogenannte „Linea nigra“ oder „Linea fusca" verschwindet nach
der Geburt wieder. Sie ist – wie andere Pigmentveränderungen der Haut während
der Schwangerschaft – ebenfalls hormonell bedingt.

Tipps:

  • Zur Vorbeugung gegen Schwangerschaftsstreifen sollten Siedie gefährdeten
    Stellen wie Bauch, Brust, Po und Oberschenkel, regelmäßig mit speziellen
    Ölen eincremen.

  • Entscheiden Sie rechtzeitig, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen wollen und
    welche Hebamme Sie begleiten soll.

  • Besuchen Sie einen Geburtsvorbereitungskurs – allein oder mit Ihrem Partner.

  • Wenn Sie noch einmal vor der Geburt verreisen wollen, ist jetzt der richtige
    Zeitpunkt. Suchen Sie Ihr Reiseziel aber so aus, dass im Notfall
    die ärztliche
    Versorgung
    gesichert ist.

  • Nehmen Sie Medikamente nur nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker
    ein.

Das 3. Schwangerschaftsdrittel – Zeit der Belastung

In der 29. bis 40. Schwangerschaftswoche legt das Baby noch einmal an Größe
und Gewicht zu. Es drückt jetzt mehr und mehr auf die Organe. Häufiger Harndrang,
Sodbrennen, Kurzatmigkeit und Völlegefühle sind die Folge.

Für die meisten Frauen wird die Schwangerschaft nun zunehmend beschwerlich:
Sie ermüden leicht und können schlecht durchschlafen, weil sie nachts mehrere
Male auf die Toilette müssen und der Bauch beim Schlafen im Weg ist. Durch die
Gewichtszunahme kommt es häufig zu Rückenschmerzen. Besonders im Sommer
können Beine und Hände stark anschwellen, da der Körper durch die Schwanger-
schaftshormone vermehrt Wasser einlagert. Hier helfen regelmäßige Spaziergänge
und kalte Wassergüsse.

In den letzten Wochen bereitet sich der Körper auf die Geburt vor. Er schüttet
Hormone aus, die dafür sorgen, dass die sogenannte Vormilch(das Kolostrum) ge-
bildet wird. Bei einigen Schwangeren treten bereits vor der Geburt einige Tropfen
aus den Brustwarzen aus.

Auch die Gebärmutter „übt“ für den großen Tag. Die Schwangeren spüren dieses
kurze Zusammenziehen. Wenn die „Übungswehen“ verstärkt auftreten oder mit
Schmerzen verbunden sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Tipps:

  • Generell gilt: Viel laufen und liegen, wenig sitzen und stehen.

  • Trainieren Sie am besten jetzt schon regelmäßig Ihren Beckenboden.

  • Legen Sie, wann immer es geht, die Beine hoch.

  • Schonen Sie sich und sparen Sie Ihre Kräfte für die anstehende Geburt.

  • Packen Sie rechtzeitig Ihren Klinikkoffer. Diese Checkliste hilft Ihnen dabei.

  • Bereiten Sie Ihr Zuhause in Ruhe auf das neue Familienmitglied vor.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, wenn die näherrückende
    Geburt in Ihnen Ängste auslöst.