Schwanger dank moderner Medizin

Wenn eine Frau auf natürlichem Wege einfach nicht schwanger wird,
kann die moderne Reproduktionsmedizin nachhelfen.

Es gibt die folgenden Verfahren:

Die Samenübertragung, die In-vitro-Fertilisation und die Übertragung
von befruchteten Eizellen. 
 

Hier erfahren Sie mehr über diese Methoden:

 

 

 

(Foto: Fotolia)

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Die Samenübertragung (Insemination)

Eine Samenübertragung wird häufig dann durchgeführt, wenn im Ejakulat des
Mannes nicht ausreichend Spermien vorhanden sind oder wenn die Spermien
nicht beweglich genug sind.

Bei dieser Insemination werden die Samen des Partners übertragen oder aber,
nach einer ärztlichen und juristischer Beratung, die Samen eines Spenders.

Der Arzt bereitet das Ejakulat auf, das heißt es wird gereinigt und die beweg-
lichen Spermien werden konzentriert. Danach werden die Spermien mit einer
Spritze oder einem Plastikschlauch direkt in die Gebärmutter, den Gebärmutter-
hals oder den Eileiter gebracht. Ihr Weg zur Eizelle wird damit verkürzt.

Der beste Zeitpunkt für die Insemination ist etwa 36 Stunden vor dem Eisprung.
Das Verfahren kann mit einer gleichzeitigen Hormonbehandlung der Frau kombi-
niert werden, falls sie auch unter Fruchtbarkeitsstörungen leidet.

Erfolgsrate:
Bei einer zusätzlichen hormonellen Stimulation der Eierstöcke sind sieben bis 15
Prozent aller Behandlungen erfolgreich. Nach mehreren Behandlungszyklen
können bis zu 40 Prozent der Paare schwanger werden.

Kosten:
Eine Insemination kostet 250 bis 1.000 Euro.
Es sind mehrere Behandlungen notwendig.

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Befruchtung im Reagenzglas. Sie wird
beispielsweise angewendet, wenn die Frau einen Eileiterverschluss hat oder
wenn eine vorherige Samenübertragung nicht erfolgreich war.

Eine IVF dauert mehrere Wochen.

Zunächst wird der Eierstock durch eine hormonelle Stimulation dazu angeregt,
mehrere Eizellen auszubilden, die dann über die Vagina entnommen werden.
Die entnommenen Eizellen werden mit den Spermien des Partners zusammen-
gebracht.

Bereits nach einem Tag lässt sich unter dem Mikroskop feststellen, ob eine
Befruchtung stattgefunden hat. Höchstens drei befruchtete Eizellen werden
dann nach etwa einem weiteren Tag in die Gebärmutter eingesetzt.

Erfolgsrate:
Je nachdem, wie viele Eizellen eingesetzt werden, beträgt der Behandlungs-
erfolg zwischen 25 bis zu 60 Prozent. Diese Quote ist auch abhängig von der
Ursache der Unfruchtbarkeit und dem Alter der Frau.

Risiken:
Die tatsächliche Geburtenrate ist deutlich niedriger, denn nicht selten kommt
es zu Fehlgeburten.

Durch die Übertragung von mehreren Eizellen kann es zu Mehrlingsschwanger-
schaften kommen.

Kosten:
Eine In-vitro-Fertilisaton kostet 3.000 bis 4.000 Euro, jeweils für eine Behandlung.
Meistens sind mehrere Behandlungen notwendig.

Kostenbeteiligung der Krankenkassen bei verheirateten Paaren

Voraussetzung für eine Kostenbeteiligung der Krankenkassen ist, dass der Arzt
einen Behandlungsplan vorlegt, den die Kasse genehmigt.

In diesem Fall übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen 50 Prozent der Kosten *)
von:

  • bis zu 8 Inseminationen ohne gleichzeitige Hormonbehandlung

  • bis zu 3 Inseminationen mit gleichzeitiger Hormonbehandlung

  • bis zu 3 In-vitro-Fertilisationen (der dritte Versuch wird jedoch nur dann
    übernommen, wenn die ersten beiden Versuche Aussicht auf Erfolg gezeigt
    haben.)

  • bis zu 2 Intratubare Gametentransfers

Zusätzlich müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Das Paar ist verheiratet,

  • verwendet die Spermien und Eizellen der Ehepartner,

  • die beiden Partner sind mindestens 25 Jahre und höchstens 40 Jahre (Frau)
    bzw. 50 Jahre (Mann) alt,

  • es liegt keine HIV- und Hepatitis-B-Infizierung vor und

  • die Frau ist gegen Röteln geimpft.

*) Aktuell liegt dem Bundestag ein Gesetzentwurf vor zur Erhöhung der Kassenbeteiligung auf 75 Prozent .

Kostenbeteiligung der Krankenkassen bei unverheirateten Paaren

Klappt es nicht mit dem Baby, wird es teuer. Eheleute erhalten von der Krankenkasse wenigstens
einen Zuschuss zur künstlichen Befruchtung, ledige Paare dagegen müssen sie selbst finanzieren -
selbst wenn ihre Krankenkasse sie unterstützen will. Das Bundessozialgericht in Kassel entschied
im November 2014: Das ist rechtens.
Allerdings unterstützen einige Bundesländer Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. mehr ...