Pränataldiagnostik – Untersuchungen für Risikoschwangerschaften

Die Pränataldiagnostik bietet die Chance, mögliche Fehlbildungen, Stoffwechselerkrankungen oder genetische Defekte des ungeborenen Babys bereits während der Schwangerschaft zu erkennen.

Meistens raten Ärzte bei Risikoschwangerschaften zur Pränataldiag- nostik, also wenn

  • eine Frau unter 18 oder über 35 Jahre alt ist,
  • es in der Familie Erbkrankheiten gibt,
  • die Schwangere bereits mehrere Fehlgeburten hatte
  • oder die werdende Mutter bereits ein krankes Kind zur Welt gebracht hat.

In der pränatalen Diagnostik unterscheiden die Mediziner drei Gruppen von Untersuchungen.

Hier erhalten Sie ausführliche Informationen:

 

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(Foto: Fotolia)

3D-/4D-Ultraschall

Diese Untersuchen lieferngegenüber dem normalen Ultraschall eine räumliche
Darstellung (3D)
oder sogar ein ständig aktualisiertes Bild (4D), sodass man die
Bewegungen des Kindes sieht.

Mit dieser Untersuchung können Fehlbildungen wie zum Beispiel Herzfehler
erkannt werden.

Nicht-invasive Untersuchungen zur Risikoabschätzung

"Nicht-invasiv" bedeutet, dass die Untersuchungen nicht mit einem Eingriff in
den Körper der Mutter verbunden sind. Bei den hier beschriebenen Untersu-
chungen wird aufgrund von Testergebnissen lediglich das statistische Risiko,
also die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung oder eines Defekts eingeschätzt.

Nackentransparenzmessung
Per Ultraschall überprüft der Arzt, wie viel Flüssigkeit sich unter der Nacken-
haut des Babys befindet. Eine gewisse Dicke der Nackenfalte kann ein Hinweis
auf einen Chromosomendefekt, wie das Down-Syndrom sein. Der Test ist für
Mutter und Kind ungefährlich. Er wird in der Regel zwischen der 12. und 14.
Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Triple-Test
Der werdenden Mutter wird Blut entnommen, das im Labor auf bestimmte
Hormone und Eiweißstoffe untersucht wird. Die ermittelten Werte geben
einen Hinweis darauf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomen-
störung ist. Der Test wird zwischen der 16. und 18. Schwangerschaftswoche
durchgeführt. Seine Ergebnisse gelten jedoch als zu ungenau.

Ersttrimester-Test
Dieser Test kombiniert die Nackentransparenzmessung und den Triple-Test.
Aus der Dicke der Nackenfalte, den Blutwerten und dem Alter der Schwange-
ren und der Schwangerschaftswoche errechnet ein Computerprogramm das
Risiko für einen Chromosomendefekt. Ab einem bestimmten Risikowert emp-
fiehlt der Arzt eine nachfolgende Fruchtwasseruntersuchung, um den Verdacht
eines Chromosomendefekts zu bestätigen oder auszuräumen. Dieser Test wird
zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Invasive Untersuchungen

Während eines Eingriffs wird das ungeborene Kind im Mutterleib untersucht.
Hierzu entnimmt der Arzt für einen Labortest Fruchtwasser, Gewebe oder Blut
des Babys. Diese Untersuchungen bergen ein gewisses Risiko für das Unge-
borene.

Fruchtwasseruntersuchung
Die Fruchtwasseruntersuchung wird zwischen der 15. und 18. Schwanger-
schaftswoche durchgeführt. Bei dieser Untersuchung, auch Fruchtwasser-

punktion oder Amniozentese genannt, sticht der Arzt mit einer feinen
Hohlnadel durch die Bauchdecke der Mutter in die Fruchtblase und saugt
dort Fruchtwasser ab. Dieser Eingriff wird per Ultraschall überwacht, damit
die Nadel nicht das Baby verletzt.
In sehr seltenen Fällen (0,5 Prozent) erleidet die Schwangere im Anschluss
an diese Untersuchung eine Fehlgeburt.

Chorionzottenbiopsie
Die Chorionzottenbiopsie wird in der 10. bis 13. Schwangerschaftswoche
vorgenommen. Bei diesem Eingriff führt der Arzt eine Hohlnadel durch die

Bauchdecke der werdenden Mutter (heute jedoch auch häufig durch die
Scheide) und entnimmt Zellgewebe des Mutterkuchens (Chorionzotten) aus
der Plazenta.
Das Risiko eine Fehlgeburt ist vergleicbar gering, wie bei der Fruchtwasser-
untersuchung.

Nabelschnurpunktion
Die Nabelschnurpunktion wird ab der 16. Schwangerschaftswoche durchge-
führt. Mit einer dünnen Hohlnadel entnimmt der Arzt Blut aus der Nabel-
schnurvene des ungeborenen Babys, um Infektionen, Blutarmut oder Chromo-
somenstörungen festzustellen. Dieser Eingriff wird per Ultraschall überwacht,
um eine Verletzung des Babys und der Gebärmutter zu vermeiden.

Dieser Eingriff birgt das Risiko einer anschließenden Fehlgeburt.

Kosten

Die Untersuchungen der Pränataldiagnostik  gehören nicht zu den im Mutterpass
vorgesehenen Routine-Checks. Das heißt: Ob eine solche Untersuchung durch-
geführt wird, entscheiden die Eltern.

Entsprechen zählen diese speziellen Untersuchungen nicht zum Leistungskatalog
der Krankenkassen. Daher erfolgt eine Kostenerstattung nur in Ausnahmefällen,
zum Beispiel wenn der Arzt während einer Routineuntersuchung einen auffälligen
Befund festgestellt hat.

Nicht-invasive Untersuchungen zur Risikoabschätzung zahlen die werdenden
Mütter in fast allen Fällen selbst.