Die vier Phasen einer Geburt

Es geht los – Ihr Baby kommt auf die Welt.

Wie lange eine Entbindung dauert, lässt sich nicht vorhersagen.
Erstgebärende liegen durchschnittlich acht bis 14 Stunden in den
Wehen.

Üblicherweise unterscheiden Hebammen und Ärzte dabei vier
Geburtsphasen.

Hier erfahren Sie mehr:

 

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(Foto: Fotolia)

Die Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase, die längste Phase der Entbindung, beginnt mit einer
Geburtswehe. „Echte“ Wehen können Sie daran erkennen, dass Ihr Bauch
hart wird und während der Kontraktionen Bauch und Rücken schmerzen.

Stück für Stück rutscht das Köpfchen des Kindes nun durch die Wehen-
Kontraktionen aus der Gebärmutter in Richtung des Geburtskanals. Dabei
drückt es von innen auf den Muttermund, der sich langsam öffnet, bis er
auf acht Zentimeter gedehnt ist.

Die Wehen werden länger und stärker, die Pausen verkürzen sich nach und
nach auf alle zwei bis drei Minuten. Von der ersten Geburtswehe bis dahin
kann es viele Stunden dauern.

Sobald die Wehen regelmäßig in Abständen von weniger als zehn Minuten
kommen, ist es Zeit, in die Klinik zu fahren.

Die Fruchtblase springt bereits vor Geburtsbeginn oder in dieser Phase.

Die Übergangsphase

In der Übergangsphase kommen die Wehen unregelmäßig und in immer
kürzeren Abständen. Dabei drehen sie das Köpfchen des Babys, damit es
direkt nach unten in den Geburtskanal schaut.

Der Muttermund dehnt sich auf zehn Zentimetern und ist nun vollständig
eröffnet. Die eigentliche Geburt – die Austreibungsphase – steht kurz bevor.

Die Dauer der Übergangsphase ist sehr unterschiedlich. Manche Frauen
haben sie bereits nach ein paar Wehen überstanden, bei anderen dauert
sie zwei Stunden. Jetzt ist die positive Unterstützung der Hebamme und
des werdenden Vaters besonders wichtig.

Die Austreibungsphase

Die Austreibungsphase beginnt, wenn das Köpfchen des Babys den Becken-
boden erreicht hat.

Gebärende haben das starke Bedürfnis, ihr Baby nach draußen zu schieben
und zu drücken – nicht von ungefähr heißen diese letzten kräftigen Wehen
daher Presswehen. Die Hebamme sagt Ihnen, wann Sie pressen und wann
Sie Pausen einlegen sollen. So werden die Muskeln und das Bindegewebe von
Scheide und Damm gedehnt und schaffen Platz für das Köpfchen.

Wenn das Köpfchen vollständig ausgetreten ist, ist der größte Teil geschafft.
Mit den letzten Wehen folgen die Schultern und der restliche kleine Körper.

Die Austreibungsphase kann bei der ersten Geburt bis zu zwei Stunden dauern,
bei weiteren Geburten auch nur ein paar Minuten.

Die Hebamme oder der Arzt machen nur kurz die Atemwege des Neugeborenen
frei, bevor sie es auf den nackten Oberkörper der Mutter legen und es dort ab-
nabeln.

Die Nachgeburtsphase

Bereits wenige Minuten nach der Geburt ziehen Nachgeburtswehen die
Gebärmutter zusammen. Damit löst sich die Plazenta von der
Gebärmutter-
wand und geht schließlich ab. Gleichzeitig wird ein
größerer Schwall Blut
ausgestoßen.

Die ersten Saugbewegungen des Babys an der Brust können die Kontraktionen
fördern, falls sich der Mutterkuchen nicht gleich von selbst löst.