Die ersten gemeinsamen Wochen

Endlich lernen Sie Ihr Baby kennen. Mit jedem Tag ein
bisschen mehr.

Damit sich die Beziehung zwischen Ihnen und dem Baby
ungestört und vertrauensvoll entwickeln kann, brauchen
Sie Zeit,
Ruhe, Energie, Einfühlungsvermögen und viel
Körperkontakt.

Hier erfahren Sie mehr:

(Foto: Fotolia)

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Erstes Kennenlernen

Psychologen, Ärzte und Hebammen sind sich einig: Für den Aufbau der
Bindung zwischen Eltern und Kind ist es sehr wichtig, dass sie nach der
Geburt ungestört Zeit miteinander verbringen. Direkter Hautkontakt trägt
intensiv zum Bonding bei. Deshalb wird nach der Geburt das Baby auf den
nackten Oberkörper der Mutter oder des Vaters gelegt.Beide können dadurch
zur Ruhe kommen und sich von den Strapazen der Geburt erholen.

Der erste Hautkontakt hat einen positiven Langzeiteffekt: Die Babys wirken
in den darauffolgenden Wochen ruhiger und entspannter, können besser
mit Stress umgehen, schreien weniger und halten häufiger Blickkontakt mit
ihren Müttern.

Zwei häufige Fragen
Beeinflusst ein Kaiserschnitt die Mutter-Kind-Beziehung?
Mütter, die ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt bringen, müssen keine Angst
davor haben, dass sie eine weniger innige und tiefe Beziehung zu ihrem Kind
aufbauen. Denn der eigentliche Geburtsvorgang ist für das Bonding nicht
entscheidend. Außerdem wird der Kaiserschnitt in den meisten Fällen unter
lokaler Betäubung durchgeführt. Die Mutter kann ihr Kind danach direkt in
die Arme nehmen.

Und wenn ich kein Glücksgefühl erlebe?
Durch den Hautkontakt wird bei der Mutter und dem Baby das Glückshormon
Oxytocin ausgeschüttet. Nie hat eine Frau mehr von diesem Hormon im Blut
als unmittelbar nach der Geburt.

Aber nicht alle Mütter erleben direkt nach der Geburt ein Glücksgefühl sondern
erst nach ein paar Tagen oder Wochen. Gedanken wie „Du bist mir noch fremd.
Ich kenne dich noch gar nicht“ sind völlig normal und kein Grund, sich schuldig
zu fühlen.

Gar nicht so selten: Wochenbettdepression

Jede zehnte Frau leidet nach der Geburt ihres ersten Kindes an einer soge-
nannten postnatalen Depression. Diese Frauen sind unglücklich, ängstlich,
extrem reizbar, können nicht schlafen und haben gleichzeitig ein schlechtes
Gewissen, weil sie nicht das fühlen können, was ihre Umwelt von ihnen er-
wartet: grenzenlose Freude und Liebe für ihr Kind.

Aus Schuldgefühlen überspielen viele Mütter diese Gefühle. Dabei ist es sehr
wichtig, offen über das Problem zu sprechen und sich Hilfe zu suchen.

Mögliche Anlaufstellen sind die Hebamme, der Arzt oder eine Beratungsstelle.
Aber auch der Partner muss Bescheid wissen, damit er bestmöglich unter-
stützen kann.

Die Bindung zwischen Mutter und Kind

In den ersten Wochen haben Babys teilweise alle zwei Stunden Hunger. Das
Stillen oder Füttern mit der Flasche fördert die körperliche und emotionale
Nähe zwischen Mutter und Kind.  

Durch den engen Kontakt lernen Sie Ihr Kind jeden Tag ein bisschen genauer
kennen und besser verstehen. Sie wissen, was sein Weinen bedeutet: Hat es
Hunger? Tut ihm etwas weh? Ist ihm langweilig und es möchte auf Ihren Arm?

Lassen Sie Ihr Baby in dieser ersten Zeit nicht lange weinen. Es braucht die
Sicherheit, dass es geliebt wird und dass seine Bedürfnisse erkannt werden.
So entsteht nach und nach ein „Urvertrauen“, das sich auf all seine künftigen
Beziehungen auswirken wird – auch im Erwachsenenalter.

Die Bindung zwischen Vater und Kind

Mutter und Neugeborenes verbinden intensive Erlebnisse: die Schwanger-
schaft, die Geburt und nicht zuletzt das Stillen. Deshalb fürchten manche
Väter benachteiligt zu sein, wenn es darum geht, eine innige Beziehung zu
ihrem Kind aufzubauen.

Doch auch für Sie als Vater gibt es viele Möglichkeiten, eine intensive Zeit
mit Ihrem Kind zu verbringen und Ihre Bindung zu stärken: Sie können Ihr
Baby häufig wickeln, baden, tragen, trösten, ihm etwas vorsingen und auch
füttern, falls Ihr Baby Flaschennahrung bekommt. Unterstützen Sie Ihre Frau,
damit sie sich eine kleine Auszeit nehmen kann.

Und für Sie als Mutter gilt es, diese Unterstützung großzügig in Anspruch zu
nehmen!