Die Umstellung auf B(r)eikost

Die Milchnahrung nimmt im gesamten 1. Lebensjahr einen großen Raum ein. Doch frühestens ab dem 5. und spätestens ab dem 7. Monat braucht Ihr Baby zusätzlich zur Mutter- oder Säuglingsmilch die sogenannte Beikost, um seinen Energie- und Nährstoffbedarf zu decken.

Im individuellen Tempo Ihres Kindes können Sie zuerst die Mahlzeit am Mittag, dann am Abend und anschließend am Nachmittag durch Breie erweitern.

Morgens bekommt Ihr Baby wie gewohnt Milchnahrung und auch nachts können Sie ihm weiterhin die Brust oder das Fläschchen geben, wenn Sie und Ihr Baby das möchten. Aber auch wenn die Kinder neben einer Breimahlzeit noch nach der Brust verlangen, können Sie diese beruhigt Ihrem Baby reichen. Es wird die Menge Muttermilch trinken, die es nach seinen individuellen Bedürnissen noch benötigt.

So gelingt die Umstellung:

  files/babyfreundliche-apotheke/Bilder - Baby und Familie/Ernaehrung/Fotolia_1727564_XS.jpg

 

(Foto: Fotolia)

1. Schritt: Die Mittagsmahlzeit

Beginnen Sie die Umstellung mit einer Mittagsmahlzeit. Zu allen anderen Mahl-
zeiten bekommt Ihr Baby wie gewohnt die Brust oder Flasche.

Starten Sie ganz langsam mit ein paar Teelöffeln Karottenbrei oder Pastinaken-
mus. Danach kann sich Ihr Säugling an der Brust oder Flaschenmilch satt trinken.

In den darauffolgenden Tagen steigern Sie die Breimenge langsam.

Wechseln Sie die Gemüsesorten, damit sich Ihr Baby früh an die verschiedenen
Geschmacksrichtungen gewöhnt. Gut verträglich sind Karotten, Blumenkohl,
Brokkoli, Fenchel, Zucchini, Kohlrabi, Kürbis und Pastinaken.

Nach etwa einer Woche können Sie etwas Rapsöl unter den Gemüse-Kartoffel-
Brei mischen.

Nimmt Ihr Baby den Brei gut an, geben Sie Fleisch dazu. Das ist für die Eisen-
versorgung Ihres Kindes wichtig. Das Fleisch können Sie ab und zu durch
Fisch
ersetzen, zum Beispiel durch Lachs.

Falls Sie Ihr Baby vegetarisch ernähren wollen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder
Ihrer Babyfreundlichen Apotheke darüber, wie Ihr Kind trotzdem über die Mahl-
zeiten ausreichend mit Eisen versorgt wird.

Hinweis:
Wenn Ihr Baby danach verlangt, können Sie es nach der Breimahlzeit noch stillen
oder ihm die Milchflasche anbieten. Mit
der Zeit wird es immer mehr Brei essen
und weniger Milch trinken.

2. Schritt: Die Abendmahlzeit

Hat die Umstellung der Mittagsmahlzeit gut funktioniert, können Sie etwa
einen Monat nach der ersten Breimahlzeit damit beginnen, die Abend-
oder Nachmittagsmahlzeit Ihres Babys umzustellen.

Das sollte frühestens ab dem 6. Monat geschehen.

Für die Herstellung des Breis benötigen Sie Milch. Sie können abgepumpte
Muttermilch, pasteurisierte Vollmilch oder Pre-Milch verwenden.

Die Milch wird erwärmt und mit Vollkorngetreideflocken für Babys, wie feine
Haferflocken oder Grieß gemischt.

Dazu kommen ein paar Teelöffel Vitamin-C-reicher Obstsaft oder Obstpüree.

Beachten Sie: Wenn Ihr Baby nach der Abendbreimahlzeit noch die Brust oder
eine Milchflasche erhält, sollten Sie bis Ihr Kind 10 Monate ist, den Abendbrei
mit Wasser statt Milch anrühren, sonst erhält es zu viel Eiweiß. Das belastet
die Nieren der Säuglinge.

3. Schritt: Die Nachmittagsmahlzeit

Nach einem weiteren Monat können Sie Ihrem Baby die dritte Breimahlzeit
anbieten: Einen Getreide-Obst-Brei ohne Milch.

Verrühren Sie dazu Vollkorngetreideflocken, wie z.B. feine Haferflocken oder
Grieß
, mit warmen Wasser. In diesen Brei geben Sie frisches, gründlich ge-
waschenes Obst und etwas Butter. Mischen Sie das Ganze gut durch.

Wichtig:
Sobald Ihr Baby täglich drei Mal Brei isst, braucht es neben der Milchnahrung zu-
sätzlich etwas zu trinken. In Frage kommen Trinkwasser, stilles Mineralwasser und
ungesüßte (!) Kräuter- oder Früchte-Tees.

Kuhmilch sollte Sie Ihrem Kind nicht vor dem 2. Lebensjahr pur zum Trinken geben,
sondern nur im Milch-Getreide-Brei verwenden.

Tipps für die Umstellung

Haben Sie Geduld
Nicht jedem Baby fällt es leicht, sich an einen ungewohnten Geschmack zu
gewöhnen. Falls Ihr Baby den neuen Brei ausspuckt, lassen Sie es einfach an
einem anderen Tag erneut probieren.

Achten Sie auf die Verträglichkeit
Warten Sie zwei bis drei Tage, bevor Sie eine neue Zutat verwenden. Dann
merken Sie gleich, ob Ihr Kind ein Nahrungsmittel nicht verträgt oder allergisch
darauf reagiert.

Üben Sie keinen Druck aus
Zwingen Sie Ihr Kind nicht dazu, seinen Brei aufzuessen, wenn es signalisiert,
dass es keinen Hunger mehr hat. In der Regel wissen bereits Babys sehr gut,
wann sie satt sind.

Nicht nachwürzen
Auch wenn er für Ihren Geschmack zu fad schmeckt, salzen oder schärfen Sie
fertigen Babybrei nie nach. Wenn Sie den Brei selbst kochen, würzen Sie ihn
nur äußerst sparsam.

Nicht nachsüßen
Mischen Sie keinen Bienenhonig in den Getreide- oder Obstbrei. Denn Honig
kann Keime enthalten, die dem Baby schaden können. Auch die Zugabe von
Zucker ist nicht nötig. Die natürliche Süße von Milch und Früchten reicht.

Denken Sie auch an das Trinken
Insbesondere zu Beginn der Umstellung auf die Breikost sollten Sie Ihrem Baby
noch etwas zu trinken anbieten: anfangs Muttermilch oder das Fläschchen,
später Wasser und ungesüßten Kräuter- oder Früchtetee.

Fertigbrei aus dem Gläschen

Ein Babybrei lässt sich leicht, schnell und preiswert zubereiten – mit von
Ihnen ausgewähltem frischem Obst und Gemüse, Getreide und Kartoffeln
sowie mit Fleisch und Fisch.

Aber auch mit Fertiggläschen können Sie Ihr Baby gut ernähren. Achten Sie
beim Kauf einfach darauf, dass die Zutaten mit den Rezepten für das Selber-
kochen übereinstimmen und vermeiden Sie unnötige Gewürze und Aromen.

Wichtig:
Beachten Sie die Hinweise für das Erwärmen auf dem Etikett.
Beim Erwärmen können stellweise sehr heiße Zonen entstehen. Damit sie Ihr
Baby beim Füttern nicht verbrennt, sollten Sie den Brei sorgfältig umrühren.
Heben Sie Breireste aus einem bereits erhitzten Gläschen nicht auf.
Insbesondere dann nicht, wenn Sie Ihr Baby
direkt mit dem Löffel daraus
gefüttert haben. In dem Glas können sich Bakterien vermehren, die Ihr Baby
bei der nächsten Mahlzeit zu sich nehmen würde und zu Durchfall führen könnten.